MeineFBS e.V. MeineFBS e.V.Fortbildungsschmiede für Pflegeberufe Nachricht senden

Montagmorgen, Dienstplan für den nächsten Monat liegt aus: Schon wieder eine Fortbildung, die ausgerechnet an deinem freien Tag stattfindet. Oder die Leitung fragt, ob das ganze Team nicht lieber „was Gemeinsames vor Ort“ machen soll. Viele Pflegekräfte kennen dieses Hin und Her – und fragen sich: Präsenzseminar, Online-Kurs oder Inhouse-Schulung – was bringt eigentlich was?

Die ehrliche Antwort: Es gibt nicht die eine richtige Lernform. Jede hat Stärken und Schwächen, und je nach Situation im Team, Thema und Schichtlage ist mal das eine, mal das andere sinnvoller. Ein Mythos hält sich hartnäckig: „Nur Präsenz ist echtes Lernen.“ Das stimmt so nicht – online und inhouse können genauso wirksam sein, wenn sie zum Bedarf passen.

Präsenzseminare: Austausch, der online schwer zu ersetzen ist

Präsenzveranstaltungen finden an einem festen Ort statt, oft mit Teilnehmenden aus verschiedenen Einrichtungen.

Präsenz eignet sich besonders gut für Themen, bei denen praktisches Üben oder der Blick über den Tellerrand im Vordergrund stehen, etwa bei neuen Pflegetechniken oder spezialisierten Zertifikatskursen.

Online-Formate: Flexibel, aber nicht für jedes Thema

Online-Lernen – egal ob als Webinar zu festen Zeiten oder als zeitlich flexibler E-Learning-Kurs – hat sich gerade in der Pflege als praktikable Ergänzung etabliert.

Wichtig für die Anerkennung: Ob ein Online-Format für bestimmte Nachweise oder Pflichtfortbildungen anerkannt wird, hängt vom jeweiligen Bundesland, Kostenträger oder Arbeitgeber ab. Das solltest du vorher mit deiner Leitung oder der zuständigen Stelle klären, statt dich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Inhouse-Schulungen: Wenn das ganze Team profitieren soll

Inhouse bedeutet: Die Fortbildung kommt zu euch, direkt in die Einrichtung, zugeschnitten auf euer Team.

Inhouse lohnt sich besonders, wenn ein Thema das gesamte Team betrifft – etwa bei einer neuen gesetzlichen Vorgabe, einem Hygienekonzept oder einer internen Qualitätsoffensive. Welche Themen dafür verpflichtend sind, richtet sich nach den aktuellen Vorgaben des Trägers oder der zuständigen Aufsichtsbehörde.

3 Fragen, die bei der Wahl helfen

Bevor du dich oder dein Team für ein Format entscheidest, lohnt sich ein kurzer Check:

Am Ende zählt nicht das Format an sich, sondern ob es zum Thema, zum Team und zum Alltag passt. Eine Mischung aus allen drei Varianten ist in vielen Einrichtungen inzwischen normal – und oft die klügste Lösung.

Das Wichtigste in Kürze

Wer verschiedene Lernformate einmal selbst ausprobieren möchte, findet bei uns passende Angebote in Präsenz, online und inhouse.

Zum Kurs

Mehr davon? „Schon gewusst?“ und neue Kurstermine ein- bis zweimal im Monat per E-Mail – dazu gratis „Fortbildungspflichten auf einen Blick“.

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Montagmorgen, Übergabe im Pflegeheim: Kollegin Sarah kommt strahlend von einer zweitägigen Fortbildung zum Thema Wundversorgung zurück. Drei Wochen später fragt man sie, was sie umgesetzt hat – und sie zuckt mit den Schultern. „War gut, aber im Alltag kam ich nicht dazu.“ Kennen Sie das? Genau hier liegt das Problem vieler Fortbildungen: Sie finden statt, aber sie wirken nicht. Dabei ist das Ziel klar – Wissen soll nicht nur im Seminarraum bleiben, sondern im Dienst ankommen. Wie das gelingt, zeigen vier Säulen aus der Praxis.

Praxisnahe Formate statt Frontalunterricht

Stundenlange PowerPoint-Vorträge erzeugen selten nachhaltiges Können. Was stattdessen hilft:

Der Vorteil solcher Formate: Sie passen in kurze Zeitfenster zwischen zwei Übergaben und bleiben durch den direkten Praxisbezug deutlich besser im Gedächtnis.

Bedarfsorientierung statt Gießkannenprinzip

Nicht jede Fortbildung passt zu jedem Team. Sinnvoll ist, sich am tatsächlichen Pflegebedarf der aktuellen Klientinnen und Klienten zu orientieren.

Beispiel: Ein Pflegeheim betreut aktuell überdurchschnittlich viele Bewohner mit fortgeschrittener Demenz und gleichzeitig mehrere Wundpatienten. Statt eine allgemeine Schulung zu Hygienegrundlagen zu buchen, weil sie „gerade frei verfügbar“ ist, sollte das Team gezielt in Deeskalation bei herausforderndem Verhalten und moderner Wundversorgung geschult werden. Das kostet unter Umständen mehr Organisationsaufwand – zahlt sich aber im Alltag direkt aus, weil die Inhalte sofort gebraucht werden.

Nachhaltiger Wissenstransfer in den Alltag

Eine einzelne Fachkraft, die extern geschult wurde, bringt dem Team wenig, wenn ihr Wissen bei ihr bleibt. Zwei Hebel helfen:

Flexibilität durch Blended Learning

Schichtdienst und starre Präsenztermine passen selten zusammen. Eine Mischung aus E-Learning und Präsenzanteilen schafft hier Entlastung.

Beispiel: Theoretische Grundlagen zu Hygienevorschriften oder rechtlichen Rahmenbedingungen lassen sich gut als E-Learning-Modul bearbeiten – flexibel zwischen Frühdienst und Freizeit, in kleinen Etappen. Das praktische Üben, etwa der sichere Umgang mit einem neuen Lagerungssystem, findet dann gebündelt im Präsenz-Workshop statt. Diese Kombination erhöht erfahrungsgemäß die Akzeptanz im Team deutlich, weil niemand einen ganzen freien Tag für reine Theorie opfern muss.

Das Gespräch davor und danach macht den Unterschied

Ob eine Fortbildung wirklich ankommt, entscheidet sich oft schon vor dem ersten Kurstag – und danach im Dienstzimmer. Ein kurzes Gespräch mit der Leitung vorab klärt: Was soll konkret mitgenommen werden, welches Problem im Alltag soll sich dadurch lösen? Nach dem Kurs lohnt sich ein ebenso kurzes Follow-up: Was wurde gelernt, was davon lässt sich diese Woche schon umsetzen, wer braucht dafür Unterstützung? Dieser kleine Rahmen – vorher Ziel, nachher Transfer – kostet kaum Zeit, entscheidet aber oft darüber, ob aus einer Fortbildung gelebte Praxis wird oder nur eine Teilnahmebescheinigung in der Akte.

Das Wichtigste in Kürze

Wer den Transfer von Fortbildungswissen in den Pflegealltag strukturiert angehen möchte, findet dazu passende Angebote im Bereich Lernen & Organisation.

Mehr davon? „Schon gewusst?“ und neue Kurstermine ein- bis zweimal im Monat per E-Mail – dazu gratis „Fortbildungspflichten auf einen Blick“.

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