MeineFBS e.V. MeineFBS e.V.Fortbildungsschmiede für Pflegeberufe Nachricht senden

Im Pflegealltag bleibt selten Zeit, sich durch Verordnungen und Rahmenvereinbarungen zu arbeiten. Hier sammeln wir Fragen, die uns immer wieder gestellt werden – kurz beantwortet, ohne Fachchinesisch.

Schon gewusst? Eine Unterrichtseinheit ist keine Stunde

Wenn in Kursausschreibungen von UE die Rede ist, sind Unterrichtseinheiten gemeint. Eine Unterrichtseinheit dauert üblicherweise 45 Minuten, nicht 60. Ein Kurs mit 40 UE umfasst also rund 30 Zeitstunden.

Das klingt nach Kleinkram, ist aber wichtig, wenn Fortbildungsstunden gegenüber der Heimaufsicht, dem Medizinischen Dienst oder der eigenen Leitung nachgewiesen werden müssen. Auf unseren Kursseiten steht deshalb immer dabei, ob wir Unterrichtseinheiten oder Zeitstunden meinen.

Behandlungspflege LG 1: eine Qualifizierung, kein Berufsabschluss

Die Leistungsgruppen der Behandlungspflege – kurz LG 1 und LG 2 – beschreiben, welche ärztlich verordneten Maßnahmen eine Pflegekraft übernehmen darf. Dazu zählen bei LG 1 zum Beispiel das Richten und Verabreichen von Medikamenten, das Anlegen von Kompressionsverbänden oder Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen.

Wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht um einen Berufsabschluss, sondern um eine Qualifizierung für bereits in der Pflege Tätige. Wer sie mitbringt, darf delegierbare Maßnahmen übernehmen – die Verantwortung für die Delegation bleibt beim behandelnden Arzt.

Wie genau die Anforderungen aussehen, regeln die Rahmenverträge der Kostenträger, und die unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Im Zweifel lohnt ein Blick in den Vertrag der eigenen Einrichtung.

Zum Kurs Behandlungspflege LG 1

Welche Fortbildungen sind in der Pflege eigentlich Pflicht?

Eine einzige, bundesweit einheitliche Stundenzahl für alle Pflegekräfte gibt es nicht. Verpflichtend sind vielmehr einzelne Themen – und die kommen aus unterschiedlichen Richtungen:

  • Arbeitsschutz und Brandschutz: Unterweisungen sind vom Arbeitgeber in der Regel jährlich durchzuführen.
  • Hygiene: Umfang und Häufigkeit ergeben sich aus den Hygieneverordnungen der Länder und den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene.
  • Datenschutz: Wer regelmäßig mit Gesundheitsdaten arbeitet, muss geschult sein.
  • Praxisanleitung: Praxisanleiter benötigen nach der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung mindestens 24 Stunden berufspädagogische Fortbildung im Jahr.
  • Erste Hilfe: Betriebliche Ersthelfer werden üblicherweise alle zwei Jahre aufgefrischt.

Dazu kommen Anforderungen aus Versorgungsverträgen und aus den Prüfungen des Medizinischen Dienstes. Der sicherste Weg: einmal im Jahr eine Fortbildungsplanung für das gesamte Team aufstellen, statt einzeln nachzusteuern.

Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes, des Kostenträgers und des Trägers.

Außerklinische Intensivpflege: höhere Hürden seit dem IPReG

Die Versorgung beatmeter und intensivpflichtiger Menschen in der eigenen Häuslichkeit oder in Wohngemeinschaften ist seit dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz ausdrücklich geregelt. Für Dienste bedeutet das: nachweisbare Qualifikation der eingesetzten Pflegekräfte, geregelte Einarbeitung und ein belastbares Konzept für Notfälle.

Für Pflegekräfte heißt es vor allem: Eine anerkannte Zusatzqualifikation ist in diesem Bereich kein Extra, sondern Voraussetzung für die Abrechenbarkeit der Leistung.

Zum Kurs Pflegefachkraft für außerklinische Intensivpflege

Präsenz, online oder inhouse – was ist wann sinnvoll?

Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort, aber eine brauchbare Faustregel:

  • Präsenz lohnt sich, wo geübt wird: Handgriffe, Notfallsituationen, Kommunikation in schwierigen Gesprächen.
  • Online passt für Wissensthemen, die sich gut lesen und prüfen lassen – und für alle, die im Schichtdienst keine festen Termine einhalten können.
  • Inhouse ist die Wahl, wenn ein ganzes Team denselben Stand braucht. Der Nebeneffekt wird unterschätzt: Alle sprechen danach dieselbe Sprache, weil alle dieselben Beispiele gehört haben.

Schon gewusst? Fortbildung wirkt nur, wenn sie ankommt

Der häufigste Grund, warum Fortbildungen verpuffen, ist nicht schlechter Unterricht – sondern fehlende Anschlussfähigkeit. Wer nach dem Kurs in einen unveränderten Alltag zurückkehrt, wendet das Gelernte selten an.

Was hilft: Ein kurzes Gespräch mit der Leitung vor dem Kurs über das Ziel, und eines danach darüber, was konkret anders laufen soll. Zehn Minuten, die den Unterschied machen.

Noch eine Frage offen?

Wir beantworten sie gern – und nehmen sie vielleicht in diese Sammlung auf.

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